Haargesundheit 28. September 2026

Pityriasis versicolor – Ursachen, Symptome, Behandlung

Kleienpilzflechte an der Hand

Obwohl die meisten Patienten den Begriff „Schuppen“ ausschließlich mit Erkrankungen der Kopfhaut assoziieren, sollte man bedenken, dass sich dahinter unterschiedliche Krankheitsbilder verbergen. Die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) ist eine oberflächliche Pilzinfektion, die über die behaarte Kopfhaut hinaus auch den Rumpf oder die Arme betrifft. Viele Betroffene unterschätzen anfangs die ersten Symptome und verwechseln sie mit einer allergischen Reaktion, Hitzepickeln oder schlichtweg trockener Haut. Warum ist eine korrekte Diagnose so wichtig, und in welchem ​​Zusammenhang können die Hautveränderungen mit dem Zustand des gesamten Organismus stehen?


Ärztlicher Hinweis
Die für die Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) verantwortlichen Hefepilze der Gattung Malassezia sind lipophil – das bedeutet, dass sie für ihr Wachstum Fettsäuren benötigen. Aus diesem Grund treten die Hautveränderungen am häufigsten in Körperregionen mit der höchsten Dichte an Talgdrüsen auf (der sogenannten seborrhoischen Zone: Rücken, Brust, Dekolleté).

Pityriasis versicolor – Entstehungsmechanismus

Die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) wird durch Hefepilze der Gattung Malassezia (früher Pityrosporum) verursacht. Dabei handelt es sich um kommensale Organismen, die natürlicherweise auf der Haut jedes gesunden Menschen vorkommen. Problematisch wird es, wenn es – etwa durch übermäßiges Schwitzen, Störungen des Lipidstoffwechsels oder ein geschwächtes Immunsystem – zu einer übermäßigen Vermehrung dieser Pilze kommt. Entscheidend ist dabei, dass sich diese Hefepilze von den im Talg enthaltenen Fettsäuren ernähren. Daher wird die Erkrankung besonders häufig bei Menschen mit fettiger Haut sowie in den Sommermonaten diagnostiziert, wenn hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit die Aktivität der Talgdrüsen begünstigen.

Wie sieht die Kleienpilzflechte auf dem Rücken und am Körper aus?

In der Praxispraxis ist dies eine der häufigsten Fragen: Wie sieht Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) aus? Die Hautveränderungen zeigen sich als unregelmäßige Flecken, die anfangs beige oder rosa sein können und mit der Zeit braun oder – infolge von Pigmentstörungen – völlig hell (depigmentiert) werden. Am häufigsten sind Rücken, Brust, Nacken, Schultern und Bauch betroffen – also jene Körperpartien, die besonders viele Talgdrüsen aufweisen und häufiger schwitzen. Im Anfangsstadium können die Flecken bei Reibung leicht schuppen, was die Unterscheidung von gewöhnlichen sonnenbedingten Pigmentflecken erleichtert.

Kleienpilzflechte auf dem Rücken

Achtung
Bei fast 80 % der Patienten kommt es zu einem Wiederauftreten der Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor). Dies liegt daran, dass der betreffende Pilz ein natürlicher Bestandteil des Hautmikrobioms ist und unter günstigen Bedingungen leicht die „Kontrolle“ über den Zustand der Haut übernimmt.

Zusammenhang mit der Trichologie – greift die Kleienpilzflechte die Haare an?

Es ist wichtig zu bedenken, dass die Haut ein zusammenhängendes Ökosystem bildet. Pilze der Gattung Malassezia, die für die Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) am Körper verantwortlich sind, stellen auch den wesentlichen ätiologischen Faktor für die seborrhoische Dermatitis der Kopfhaut sowie für Schuppenbildung auf der Kopfhaut dar. Eine Pilzinfektion im Bereich der Haarfollikelöffnungen löst eine chronische Entzündung aus, welche die Verankerung des Haares schwächt; dies führt zu einer Schwächung des Haares und in extremen Fällen zu verstärktem Haarausfall.

Wie läuft die Diagnostik in der Praxis ab?

Bei der Diagnose von Pilzinfektionen der Haut wird von der Anwendung willkürlicher „Hausmittel“ abgeraten (wie etwa dem Jodtest, der die erkrankte Epidermis stark reizen kann). Eine professionelle Beurteilung umfasst unter anderem die Untersuchung unter der Wood-Lampe, bei der infizierte Bereiche eine charakteristische Fluoreszenz zeigen, sowie – bei Problemen der Kopfhaut – eine fachärztliche trichologische Untersuchung unter Vergrößerung.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Pityriasis versicolor ist eine Pigmentierungsstörung – Stoffwechselprodukte des Pilzes hemmen die Melanin-Synthese, was zur Entstehung heller Flecken (Depigmentierungen) führt. Zu den wesentlichen begünstigenden Faktoren gehören:

  • Endokrinologische und hormonelle Störungen (einschließlich Kontrazeption).
  • Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose).
  • Kohlenhydratreiche Ernährung und Diabetes.
  • Chronischer Stress, der die lokale Widerstandskraft der Haut schwächt.

Differenzialdiagnose – womit kann die Kleienpilzflechte verwechselt werden?

In der klinischen Praxis werden Hautveränderungen bisweilen mit anderen Krankheitsbildern verwechselt. Es ist zu beachten, dass ähnliche Symptome auch durch Folgendes hervorgerufen werden können:

  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit): Im Gegensatz zur Pityriasis versicolor sind die Flecken bei Vitiligo völlig pigmentfrei (kreideweiß) und weisen keine aktive Entzündung auf.
  • Pityriasis rosea (Gibert-Roseole): Sie beginnt mit dem sogenannten Primärmedaillon (Mutterplaque), und ihr Verlauf ist in der Regel selbstlimitierend.
  • Psoriasis: Sie zeichnet sich durch eher silbrige Schuppen und andere charakteristische Lokalisationen der Hautveränderungen aus.

Eine präzise Differentialdiagnose ist entscheidend, da sich das therapeutische Vorgehen bei diesen Erkrankungen grundlegend unterscheidet.

Wirksame Behandlungsmethoden und sogenannte „Hausmittel“

Viele Patienten suchen nach Hausmitteln (z. B. Abwaschungen mit Essig oder Natron). Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Hausmittel die eigentliche Ursache selten beseitigen und zudem zu starken Hautreizungen führen können. Eine umfassende Therapie stützt sich auf bewährte Säulen:

  • Lokale Behandlung: Spezielle Antimykotika-Shampoos (z. B. mit Ketoconazol oder Selendisulfid) sowie Cremes zur Wiederherstellung des Gleichgewichts der Mikrobiota.
  • Systemische Behandlung: Orale Pharmakotherapie, die bei ausgedehnten Läsionen oder Rezidiven eingeleitet wird.
  • Wiederaufbau der Hydrolipidbarriere: Verwendung von Dermokosmetika, die die natürlichen Schutzfunktionen der Haut unterstützen.
Achtung
Die Anwendung von Hausmitteln, wie etwa das Abtupfen der Hautveränderungen mit Salicylspiritus oder reiner Jodtinktur, kann zu starker Reizung und chemischen Verbrennungen der Epidermis führen. Eine chronische Entzündung erschwert die spätere fachärztliche dermatologische Behandlung.

Die Rolle der Ernährung bei der Behandlung von Hautpilzinfektionen

Auch wenn die medikamentöse Behandlung die Grundlage bildet, sollte der Lebensstil nicht außer Acht gelassen werden. Hefepilze der Gattung Malassezia bevorzugen ein glukosereiches Milieu. Der Verzicht auf Einfachzucker und stark verarbeitete Lebensmittel trägt dazu bei, einem Wiederauftreten der Beschwerden vorzubeugen. Eine entzündungshemmende Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Zink und B-Vitaminen ist, stärkt das Immunsystem der Haut, da der Zustand der äußeren Körperhülle den inneren Zustand des Organismus direkt widerspiegelt.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ja, denn Pilze der Gattung Malassezia können auch die Öffnungen der Haarfollikel auf der behaarten Kopfhaut infizieren. Dies führt zu einer chronischen Entzündung, die die Haarwurzeln schwächt und eine der Ursachen für übermäßige Ausdünnung sowie Haarausfall sein kann.

Nicht im klassischen Sinne. Malassezia-Hefepilze kommen natürlicherweise auf der Haut der meisten Menschen vor. Eine Infektion und sichtbare Veränderungen entstehen erst, wenn begünstigende Faktoren – wie eine geschwächte Hautbarriere oder übermäßiges Schwitzen – vorliegen; daher ist das Risiko einer Übertragung der Krankheit auf eine andere Person durch direkten Hautkontakt vernachlässigbar.

Die meisten Hausmittel, wie etwa das Abwaschen der Haut mit Essig oder Natron, beseitigen selten die Ursache des Problems und können zu starken Hautreizungen führen. Die sicherste und wirksamste Lösung ist die Konsultation eines Fachmanns sowie die Anwendung gezielter Antimykotika.

Die Sonne an sich heilt keine Pilzinfektion. UV-Strahlung lässt gesunde Haut bräunen, während die infizierten Stellen hell und farblos bleiben, wodurch die Flecken noch deutlicher hervortreten. Ein sicherer Aufenthalt in der Sonne ist erst nach vollständiger Ausheilung der Infektion möglich.

Die von den aktiven Hefepilzen produzierten Stoffwechselprodukte beeinflussen die Funktion der Pigmentzellen (Melanozyten). Infolgedessen kommt es in den infizierten Bereichen zu Störungen der Melaninproduktion – die Flecken können einen beigen oder rosa Farbton aufweisen und erscheinen bei Sonneneinstrahlung deutlich heller als die gebräunte Haut.
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Die auf unserem Blog bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie vor jeglichen Maßnahmen stets einen Arzt oder einen Trichologen in unserer Praxis.

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