SLS und SLES sind weit verbreitete anionische Tenside, mit denen die meisten von uns täglich in Berührung kommen, wenn sie die Inhaltsstoffe von Produkten wie Shampoos, Duschgelen oder Zahnpasten betrachten. Um diese Stoffe – hinter denen sich die Bezeichnungen Sodium Lauryl Sulfate und Sodium Laureth Sulfate verbergen – ranken sich zahlreiche Mythen über ihre vermeintliche Schädlichkeit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit. Der folgende Beitrag dient der Aufklärung und Information. Aus klinischer Sicht lohnt es sich, ihre tatsächliche Wirkung auf die Kopfhaut und den Haarschaft zu betrachten, insbesondere bei Patienten, die unter Dermatosen leiden.
Was sind SLS und SLES in trichologischen Kosmetika?
Patienten suchen häufig nach Informationen darüber, was SLS und SLES sind, und hinterfragen deren Rolle bei der täglichen Hygiene. Sodium Lauryl Sulfate (SLS) ist ein starkes Reinigungsmittel aus der Gruppe der Natriumsalze von Lauryl- und Schwefelsäure. Es zeichnet sich durch eine sehr hohe Reinigungskraft und eine starke Schaumbildung aus, wodurch es Talg, Umweltschmutz und Rückstände von Stylingprodukten wirksam entfernt. Sodium Laureth Sulfate (SLES) hingegen ist die ethoxylierte Form davon. Durch den Ethoxylierungsprozess weist das SLES-Molekül ein geringeres Reizpotenzial auf als das klassische SLS, behält dabei jedoch eine hohe Reinigungswirkung bei.
In der klinischen Trichologie hängt die Verträglichkeit dieser Inhaltsstoffe bei einem Patienten von der individuellen Barrierefunktion der Epidermis ab. Bei PT CLINIC analysieren wir häufig die Zusammensetzung von Präparaten, die von Patienten mit Kopfhautjucken verwendet werden; denn eine zu aggressive Reinigung kann den Hydrolipidfilm der Haut schädigen.
Verwendung und Funktion von Tensiden in Shampoos
Die Hauptaufgabe von Tensiden in Reinigungsprodukten besteht darin, die Oberflächenspannung des Wassers zu verringern, was die Entfernung von Talg und Schmutz ermöglicht. In Produkten zur Kopfhauthygiene dienen SLS– und SLES-haltige Shampoos als reinigende Basiswirkstoffe. Ihr Einsatz gewährleistet eine gründliche Reinigung der Haut von Verunreinigungen, was für die Aufrechterhaltung eines gesunden Mikroklimas der Haarfollikel entscheidend ist.
Man sollte jedoch bedenken, dass eine stark entfettende Wirkung bei Personen, die zu Hautproblemen neigen, einen Rebound-Effekt auslösen kann. Die übermäßige Entfernung des natürlichen Schutzfilms regt die Talgdrüsen zu einer verstärkten Talgproduktion an. Wer mit diesem Problem zu kämpfen hat, findet hilfreiche Tipps in unserem Artikel zum Thema: Fettiges Haar – Ursachen und empfohlene Behandlungen.
Sicherheit der Anwendung sowie Mythen über Schädlichkeit und krebserzeugende Wirkung
Die Sicherheit der Verwendung von Sodium Laureth Sulfate und SLS wird von internationalen Organisationen, die sich mit der Toxikologie von Kosmetika befassen, streng überwacht. Wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass diese Stoffe bei Anwendung in den für den Handel zugelassenen Konzentrationen (üblicherweise 1 % bis 10 % in abzuwaschenden Produkten) keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen.
Um diese Inhaltsstoffe ranken sich zahlreiche im Internet verbreitete Mythen über ihre vermeintliche Schädlichkeit oder angebliche Krebserregendigkeit. Es ist hervorzuheben, dass weder SLS noch SLES krebserzeugende Eigenschaften besitzen. Bedenken hinsichtlich SLES beruhen bisweilen auf der Tatsache, dass bei dessen Herstellungsverfahren (der Ethoxylierung) theoretisch Spuren von 1,4-Dioxan entstehen können. Diese Substanz unterliegt jedoch einer strengen behördlichen Überwachung, und ihr Gehalt in fertigen Kosmetikprodukten wird durch technische Verfahren auf ein für den Organismus völlig unbedenkliches Maß reduziert.
Alternative Reinigungsmethoden und professionelle Trichologie
Obwohl SLS und SLES für die Mehrheit der Bevölkerung unbedenklich sind, können überempfindliche Personen Beschwerden wie ein Spannungsgefühl, Brennen oder eine Verstärkung von Schuppenbildung verspüren. In solchen Fällen werden mildere Waschsubstanzen (z. B. aus der Gruppe der Betaine oder Glucoside) empfohlen. Es ist jedoch zu beachten, dass ein eigenständiger Wechsel des Shampoos die Behandlung der Ursache des Problems nicht ersetzt.
Wenn Haarausfall oder Reizungen mit einer Miniaturisierung der Haarfollikel einhergehen, ist eine fachärztliche Beurteilung unerlässlich. In diesem Fall empfiehlt es sich, fortgeschrittene Verfahren zur Anregung der Mikrozirkulation und des Haarwachstums in Betracht zu ziehen, wie etwa die Kopfhaut-Mesotherapie oder die Behandlung mit plättchenreichem Plasma (PRP).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Bibliographie und medizinische Quellen
- Anchor, J. et al. (2018). "Safety assessment of alkyl sulfates as used in cosmetics." International Journal of Toxicology, 37(2), 45-56.
- European Chemicals Agency (ECHA). "Sodium Lauryl Sulfate and Sodium Laureth Sulfate dossier evaluation and safety profiles."
