Haargesundheit 30. September 2026

Haarausfall nach COVID-19 – Ursachen, Symptome und wirksame Behandlung

Haarausfall nach COVID-19

Das Coronavirus verursacht im Körper des Erkrankten zahlreiche Komplikationen, zu denen auch Haarausfall zählt. Dieser betrifft bis zu 25 % der Genesenen. Die Probleme mit Haarausfall treten meist zwei bis drei Monate nach der Infektion auf und können den gesamten Kopf betreffen. Manche Genesene bemerken sogar einen büschelweisen Haarausfall. Stress, eine Schwächung des Organismus sowie erhöhte Körpertemperatur verschlimmern diese Problematik. Während der Erkrankung läuft das Immunsystem auf Hochtouren, was sich wiederum auf die Funktion sämtlicher Organe auswirkt. Wie lässt sich Haarausfall nach COVID-19 vorbeugen?

Achtung
Das folgende Material dient zu Bildungs- und Informationszwecken. Es ersetzt weder eine professionelle medizinische Beratung noch eine ärztliche Diagnose oder individuelle trichologische Empfehlungen. Komplikationen nach überstandenen Virusinfektionen sowie Fragen zu Impfungen erfordern eine direkte Konsultation eines Facharztes.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Covid-19 und Haarausfall?

Covid-19 ist eine akute Infektionskrankheit, die zwar vorwiegend mit den Atemwegen in Verbindung gebracht wird, jedoch systemische Auswirkungen auf den Organismus hat. Der Krankheitsverlauf ist individuell unterschiedlich, wobei in der überwiegenden Mehrheit der Fälle milde oder moderate Symptome auftreten. Leider erleiden einige Personen aufgrund metabolischer und immunologischer Vorbelastungen einen schweren Krankheitsverlauf.

Klinische Erfahrungen der letzten Jahre ermöglichen präzise Rückschlüsse auf mögliche Komplikationen. Eines der häufigsten dermatologischen Probleme, über das Genesene berichten, ist ein übermäßiger Haarausfall. Patienten suchen verstärkt nach Informationen darüber, welche Mittel angewendet werden können, wie sich dieser Zustand behandeln lässt und ob die Haare nach einer Covid-Erkrankung wieder nachwachsen.

Bis zu 25 % der Personen, die eine Coronavirus-Infektion durchgemacht haben – insbesondere Frauen –, berichten von mäßigem bis starkem Haarausfall, der zwei bis drei Monate nach Abklingen der akuten Infektionsphase auftritt. Dieses Problem geht mit einer deutlichen Ausdünnung des Haars, einer Schwächung der Haarstruktur sowie einer Verschlechterung des Zustands der Kopfhaut einher, was bei vielen Betroffenen starken Stress und psychisches Unbehagen hervorruft.

Trichoskopie-Gerät während der ärztlichen Untersuchung

 

Ärztlicher Hinweis
In meiner Praxis bei PT CLINIC beobachte ich häufig Patienten, bei denen sich nach einer überstandenen Virusinfektion ein telogenes Effluvium auf bereits bestehende, latente Eisen- oder Ferritinmängel aufpfropft, was die Zeit der natürlichen Regeneration der Haarfollikel erheblich verlängert.

Die Haare reagieren auf starken, krankheitsbedingten Stress mit einer Verzögerung, die sich aus der Physiologie des Wachstumszyklus ergibt. Dieser Prozess wird zusätzlich verstärkt durch:

  • hohes Fieber im Zusammenhang mit einer Infektion,
  • während der medikamentösen Behandlung eingenommene Medikamente,
  • allgemeine immunologische Erschöpfung des Organismus.

Patienten nach überstandener Coronavirus-Infektion weisen häufig auch signifikante Veränderungen des Blutbildes sowie vorübergehende Mängel an Makro- und Mikroelementen auf.

Wann spricht man von übermäßigem Haarausfall nach Covid-19?

Der tägliche Verlust einer geringen Anzahl von Haaren ist ein völlig natürlicher physiologischer Vorgang, der mit dem Haarzyklus zusammenhängt; dieser umfasst die Anagenphase (Wachstumsphase), die Katagenphase (Übergangsphase) und die Telogenphase (Ruhe- und Ausfallphase). Im Durchschnitt verliert ein Mensch täglich zwischen 50 und 100 Haare.

Grund zur Sorge besteht, wenn diese Zahl drastisch ansteigt und ganze Strähnen in der Bürste, auf dem Kopfkissen oder im Duschabfluss zurückbleiben. In diesem Fall liegt ein sogenanntes telogenes Effluvium vor. Dabei handelt es sich um eine spezifische Abwehrreaktion des Körpers, bei der infolge eines starken Reizes (wie etwa einer akuten Entzündung oder hohem Fieber) ein Großteil der aktiven Haarfollikel die Wachstumsphase vorzeitig beendet und in die Ruhephase übergeht, um die Haare nach einigen Monaten schlagartig abzustoßen.

Was sind die Ursachen für telogenes Effluvium nach COVID-19?

Zu den wesentlichen Mechanismen, die für Haarausfall nach einer Infektion verantwortlich sind, zählen Faktoren systemischer Natur:

  • anhaltend hohes Fieber, das den Zellstoffwechsel beeinträchtigt,
  • akuter oxidativer und immunologischer Stress,
  • allgemeiner Kräfteverfall und Dehydratation des Organismus,
  • schwerwiegende Vitamin- und Mineralstoffmängel,
  • sekundäre Störungen des Hormonhaushalts.

Es ist hervorzuheben, dass die Haarfollikel im Verlauf eines reinen Telogen-Effluviums nach einer COVID-19-Erkrankung weder dauerhaft geschädigt noch durch einen Autoimmunprozess zerstört werden. Dies bedeutet, dass durch die Wiederherstellung des Stoffwechselgleichgewichts und die Einleitung einer gezielten Therapie die ursprüngliche Haardichte vollständig wiedererlangt werden kann.

Bei einigen Personen hinterlässt die Infektion jedoch auch Spuren in Form struktureller Veränderungen des Haarschafts (dünneres, glanzloses und brüchiges Haar) sowie von Problemen der Kopfhaut – etwa Trockenheit, Überempfindlichkeit oder wiederkehrende Schuppenbildung, die nicht selten von einem charakteristischen Schmerz an den Haarwurzeln begleitet wird.

Tritt Haarausfall auch nach einer COVID-19-Impfung auf?

In der trichologischen Praxis tauchen sehr häufig Fragen dazu auf, ob die COVID-19-Impfung (z. B. mit Präparaten von Pfizer oder anderen auf dem Markt erhältlichen Impfstoffen) ähnliche Auswirkungen haben kann. Ebenso wie bei der Erkrankung selbst regt die Impfung das Immunsystem zu intensiver Aktivität an; dies kann bei Personen mit erhöhter körperlicher Empfindlichkeit eine vorübergehende Abwehrreaktion in Form von telogenem Haarausfall auslösen. Dieser Mechanismus ist vollständig reversibel, und der Haarausfall ist selbstlimitierend.

Wie lässt sich Haarausfall nach Covid-19 stoppen?

Durch Viren ausgelöste degenerative Prozesse lassen sich durch eine Kombination aus korrekter Diagnostik, gezielter Supplementierung und professionellen, die Mikrozirkulation anregenden Behandlungsverfahren wirksam umkehren. Zu den am häufigsten empfohlenen und klinisch wirksamen Methoden gehören:

  • Nadel-Mesotherapie der Kopfhaut – ein klassisches medizinisches Verfahren, bei dem Nährstoffcocktails, Vitamine und Aminosäuren tief in den Bereich der Haarfollikel eingebracht werden, um deren Revitalisierung zu beschleunigen.
  • Peptidtherapie (z. B. das Präparat DR. CYJ Hair Filler) – ein innovatives Verfahren, das auf der kontrollierten Freisetzung von mit Hyaluronsäure kombinierten biomimetischen Peptiden basiert; es stimuliert die Angiogenese und hemmt die Miniaturisierung der Haarfollikel.
  • Karboxitherapie der Kopfhaut – die kontrollierte Anwendung von medizinischem Kohlendioxid unter der Epidermis, die das Gewebe stark mit Sauerstoff versorgt, die Bildung neuer Blutgefäße anregt und den Zellstoffwechsel stimuliert.

Ein Patient, der sich in einer Klinik in Warschau einer professionellen Mesotherapie-Behandlung der Kopfhaut unterzieht.

Vor der Einleitung therapeutischer Maßnahmen ist der Besuch bei einem Spezialisten erforderlich, der eine Untersuchung mittels Trichoskop durchführt. Diese ermöglicht eine digitale Beurteilung des Kopfhautzustands und der Haarfollikeldichte sowie den Ausschluss begleitender Dermatosen.

Kontraindikationen für Behandlungen zur Stimulation der Kopfhaut

Obwohl sich moderne trichologische Verfahren durch ein hohes Sicherheitsprofil auszeichnen, gibt es absolute und relative Kontraindikationen für deren Durchführung. Zu den wichtigsten zählen:

  • Schwangerschaft und Stillzeit,
  • aktive Krebserkrankungen,
  • bakterielle, virale oder pilzbedingte Infektionen der Kopfhaut (einschließlich Herpes in der aktiven Phase),
  • offene Wunden und schwere Entzündungen der Kopfhaut,
  • schlecht eingestellter Diabetes sowie schwere Autoimmunerkrankungen,
  • Allergie gegen Bestandteile der bei der Behandlung verwendeten Präparate.

Haarausfall nach Covid-19 – welche Laboruntersuchungen sind sinnvoll?

Die Labordiagnostik bildet die Grundlage für eine wirksame Behandlung postinfektiöser Komplikationen. Nach einer überstandenen Coronavirus-Infektion empfiehlt sich die Durchführung eines allgemeinen Basis-Check-ups, der ein Blutbild, Leberenzyme (ALT, AST, GGTP), Kreatinin sowie das Akute-Phase-Protein (CRP) umfasst.

Bei ausgeprägtem Haarausfall ist eine Erweiterung der Diagnostik um Parameter erforderlich, die eng mit dem Stoffwechsel der Haarfollikel verknüpft sind:

  • Eisen- und Ferritinspiegel (ein Schlüsselindikator für die körpereigenen Reserven),
  • Zink, Kupfer und Folsäure,
  • Vitamin B12 sowie den Vitamin-D3-Spiegel,
  • Umfassendes Schilddrüsenprofil: TSH, fT3, fT4 sowie Anti-TPO- und Anti-TG-Antikörper.

Ein umfassender diagnostischer Ansatz wird in unserem Beitrag zu der Frage behandelt: Wie laufen die Untersuchung von Haar und Kopfhaut ab?

Heimpflege und Haarwasser zur Förderung des Haarwachstums

Die Behandlung in der Praxis sollte konsequent durch eine optimal abgestimmte Heimpflege ergänzt werden. Entscheidend ist die regelmäßige Anwendung trichologischer Präparate (wie Lotionen und Seren) zur Anwendung auf der Kopfhaut; diese enthalten hochkonzentrierte Wirkstoffe wie biomimetische Peptide, pflanzliche Stammzellen, Grüntee- und Brennnesselextrakte sowie B-Vitamine und Panthenol.

Personen, die mit einer nach einer Infektion aufgetretenen Trockenheit der Kopfhaut zu kämpfen haben, sollten auf den Wiederaufbau der Hydrolipidbarriere achten – etwa durch die Verwendung milder Shampoos und feuchtigkeitsspendender Masken. Die häusliche Behandlung muss jedoch auf einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ausgelegt sein, da dies dem natürlichen Zyklus der Geweberegeneration entspricht.

In der Klinik von Piotr Turkowski basiert die Behandlung von Komplikationen nach einer COVID-19-Erkrankung auf einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Dermatologen und Trichologen und dem Patienten. Dank präziser Labor- und Trichoskopie-Diagnostik können wir einen sicheren Therapieansatz wählen, der die Wiederherstellung der vollen Haardichte gewährleistet.

Haben Sie nach einer überstandenen Covid-19-Infektion mit verstärktem Haarausfall zu kämpfen? Lassen Sie sich von den Spezialisten der PT CLINIC in Warschau unter der Leitung von Dr. Piotr Turkowski beraten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ja, der durch eine Coronavirus-Infektion ausgelöste telogene Haarausfall ist reversibel. Die Haarfollikel werden nicht dauerhaft geschädigt; daher ermöglicht die Wiederherstellung des körperlichen Gleichgewichts in Verbindung mit stimulierenden Maßnahmen eine vollständige Wiederherstellung des Haarwuchses.

Erste ausgeprägte Anzeichen eines Dichteverlusts der Haare treten gewöhnlich mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten nach Beginn der akuten Krankheitsphase oder nach hohem Fieber auf.

Am wirksamsten sind Verfahren, die die Mikrozirkulation und die Nährstoffversorgung der Haarmatrix anregen, wie etwa die Nadel-Mesotherapie, Peptidtherapien (z. B. DR. CYJ Hair Filler) und die Karboxytherapie.

Shampoos wirken vorwiegend auf die Oberfläche der Kopfhaut und den Haarschaft. Bei Problemen mit systemischen oder metabolischen Ursachen, wie etwa Komplikationen nach einer Covid-19-Erkrankung, haben Kosmetika lediglich eine unterstützende Funktion – entscheidend sind hingegen Diagnostik, Ernährung und professionelle Behandlungen.

Bibliographie und medizinische Quellen

  1. Guzmán-Silva, M. A. et al. (2021). Telogen effluvium as a consequence of COVID-19: clinical characteristics and management. International Journal of Dermatology, 60(8), 980-985.
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  3. Blume-Peytavi, U. et al. (2008). Hair Growth and Disorders. Springer-Verlag Berlin Heidelberg.
  4. Starace, M. et al. (2020). Cutaneous manifestations in COVID-19: a review. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 34(11), e642-e644.
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Die auf unserem Blog bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie vor jeglichen Maßnahmen stets einen Arzt oder einen Trichologen in unserer Praxis.

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