Haargesundheit 24. September 2026

Hirsutismus: Was ist das? Ursachen und Behandlung von übermäßiger Behaarung bei Frauen

Hirsutismus – übermäßige Behaarung bei Frauen

Hirsutismus wird in der Öffentlichkeit häufig fälschlicherweise als eigenständiges Krankheitsbild definiert, während er in Wirklichkeit ein klinisches Symptom zugrundeliegender systemischer Störungen darstellt. Schätzungen zufolge sind bis zu 35 % der Frauen unterschiedlichen Alters von übermäßiger Behaarung nach männlichem Muster betroffen, was dieses Phänomen zu einem der häufigsten endokrinologisch-dermatologischen Probleme in der ärztlichen Praxis macht. Dabei ist hervorzuheben, dass es sich nicht nur um ein ästhetisches Problem handelt; sehr oft weist es auf tieferliegende Stoffwechsel- oder Hormonstörungen hin, die sich auch auf den Zustand der Kopfhaut und der Haarfollikel auswirken.

Achtung
Das folgende Material dient zu Informationszwecken. Die im Artikel enthaltenen Informationen ersetzen weder eine professionelle medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlung. Jegliche Symptome im Zusammenhang mit hormonellen Störungen und übermäßiger Behaarung sollten mit einem Facharzt besprochen werden.
Ärztlicher Hinweis
Ich begegne häufig Patientinnen, die jahrelang erfolglos mit Methoden der Haarentfernung für den Hausgebrauch gegen die Symptome angekämpft haben, ohne die medizinische Ursache des Problems zu kennen. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung liegt im Verständnis der Mechanismen des Androgenhaushalts sowie in der präzisen Unterscheidung zwischen Hirsutismus und genetisch bedingter übermäßiger Behaarung. Der folgende Artikel beleuchtet die fachlichen Aspekte dieses Phänomens und zeigt sichere, moderne diagnostische und therapeutische Wege auf.

Hirsutismus – was ist das?

Hirsutismus ist definiert als das Auftreten einer übermäßigen Terminalbehaarung bei Frauen mit einem typisch männlichen Verteilungsmuster. Dies äußert sich im Wachstum dunkler, dicker und kräftiger Haare an Körperstellen, die bei Frauen auf eine Androgenstimulation reagieren – im Gegensatz zu dem feinen Flaum, der den Großteil der Hautoberfläche bedeckt. Ursache dieses Phänomens ist entweder eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber den im Blut zirkulierenden Androgenen oder eine erhöhte Konzentration dieser Hormone.

Es ist erwähnenswert, dass dieses Problem in verschiedenen Lebensphasen auftreten kann. Häufig wird Hirsutismus bei heranwachsenden Mädchen in der Pubertät beobachtet – einer Zeit, in der sich die hormonellen Regelkreise erst stabilisieren –, aber auch als übermäßige Behaarung während der Schwangerschaft oder als Hirsutismus in den Wechseljahren, bedingt durch starke Schwankungen im Verhältnis von Östrogenen zu Androgenen. Unabhängig vom Alter sind die typischerweise betroffenen Bereiche:

  • Oberlippe und Kinn
  • Zentraler Bereich des Brustkorbs und Umgebung des Brustwarzenhofs
  • Rücken und Lendenbereich
  • Linea alba des Bauches
  • Oberschenkelinnenseiten und Vulvabereich

Neben der Behaarung selbst treten bei den Patientinnen häufig weitere Symptome des Hyperandrogenismus auf, wie etwa Akne im Erwachsenenalter, Seborrhö der Kopfhaut und eine Miniaturisierung der Kopfhaare, die zu deren Ausdünnung führt; in schwereren Fällen kommen Anzeichen einer Virilisierung hinzu, beispielsweise eine Vertiefung der Stimme oder eine Klitorishypertrophie.

Frau mit übermäßiger Behaarung an den Beinen

Ursachen von Hirsutismus

Die unmittelbare Ursache für Hirsutismus ist eine übermäßige Produktion von Androgenen (hauptsächlich Testosteron, Androstendion und Dehydroepiandrosteron-Sulfat – DHEA-S) durch die Eierstöcke oder die Nebennieren oder aber eine erhöhte periphere Aktivität des Enzyms 5-alpha-Reduktase, das Testosteron in das wirkungsstärkere Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. Zu den häufigsten Erkrankungen, die diesen Zustand hervorrufen, zählt das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS), das für den Großteil der Fälle von Hyperandrogenismus bei Frauen verantwortlich ist.

Ärztlicher Hinweis
Die Differentialdiagnose des Hirsutismus muss auch seltenere, aber schwerwiegende endokrinologische Ursachen wie das adrenogenitale Syndrom, das Cushing-Syndrom oder androgenproduzierende Tumoren berücksichtigen. Daher ist es ein Fehler, das Problem eigenständig mit kosmetischen Methoden zu kaschieren, ohne Blutuntersuchungen durchführen zu lassen, da dies die Erkennung potenziell gefährlicher systemischer Erkrankungen verzögert.

Weitere wesentliche Rahmenbedingungen und Faktoren, die eine Verschlimmerung der Symptome begünstigen, sind:

  • Insulinresistenz und Hyperinsulinämie, die die Eierstöcke zu einer verstärkten Androgenproduktion stimulieren
  • Schilddrüsenunterfunktion und chronischer Stress, der den Prolaktinspiegel erhöht
  • Einnahme bestimmter Medikamente, einschließlich Steroidpräparaten sowie in der Trichologie eingesetzter Medikamente wie oralem Minoxidil.
  • Genetische und familiäre Veranlagung
  • Viszerale Adipositas, die die periphere Hormonkonversion verstärkt

Diagnostik des Hirsutismus in der klinischen Praxis

Das wichtigste klinische Instrument zur objektiven Bestimmung des Schweregrads des Problems ist der Ferriman-Gallwey-Score. Dabei werden neun definierte Körperregionen auf einer Skala von 0 bis 4 bewertet. Erreicht oder überschreitet das Ergebnis die festgelegten internationalen Grenzwerte, kann die Erkrankung offiziell diagnostiziert werden. Wie die tägliche Praxis zeigt, suchen Patientinnen häufig nach Informationen darüber, wie sich Hirsutismus erkennen lässt und welche Untersuchungen zur Bestätigung der Diagnose erforderlich sind.

Die reine visuelle Beurteilung ist jedoch nur der Anfang. In meiner Klinik erweitern wir den diagnostischen Prozess um eine Reihe von Laboruntersuchungen, bei denen die Konzentrationen von Sexualhormonen und Gonadotropinen sowie das Glukose-Insulin-Profil und die Schilddrüsenfunktion bestimmt werden. Zudem sind eine fachärztliche trichologische sowie eine gynäkologisch-endokrinologische Konsultation erforderlich, um einen sicheren Behandlungsplan zu erstellen.

Behandlung und wirksame Vorgehensweisen

Die Behandlung von Hirsutismus muss ursachenorientiert und vielschichtig erfolgen. Je nach diagnostizierter Ursache der Störung kann die medizinische Therapie eine Regulierung des Hormonhaushalts mittels Medikamenten, den Einsatz von Antiandrogenen, eine Stabilisierung des Blutzuckerspiegels oder die Anpassung der bisher eingenommenen Medikamente umfassen. Dabei ist Geduld seitens der Patientin entscheidend, da der Haarwachstumszyklus mehrere Monate dauert und erste Behandlungserfolge meist erst nach mindestens drei bis sechs Monaten konsequenter Therapie sichtbar werden.

Gleichzeitig stoppt die medikamentöse Behandlung die Entstehung neuer, unerwünschter Haare, entfernt jedoch nicht jene, die bereits gewachsen sind. Daher bleiben professionelle Behandlungen aus den Bereichen Ästhetische Medizin und Kosmetologie – wie etwa die moderne Laser-Haarentfernung, die eine wirksame und dauerhafte Beseitigung übermäßiger Behaarung ermöglicht – ein wesentlicher Bestandteil des Behandlungsansatzes.

Lassen Sie nicht zu, dass hormonelle Störungen und übermäßige Behaarung Ihr tägliches Wohlbefinden beeinträchtigen. Wenden Sie sich an unsere Experten der PT CLINIC in Warschau und beginnen Sie eine sichere, professionelle Diagnostik und Behandlung unter der Leitung von Dr. Piotr Turkowski.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Möglichkeit einer vollständigen Heilung von Hirsutismus hängt unmittelbar von dessen Ursache ab. Beruht er auf einer behandelbaren hormonellen Störung (z. B. Insulinresistenz oder Hyperprolaktinämie), lassen sich das Problem durch eine entsprechende medikamentöse Behandlung und eine Änderung des Lebensstils dauerhaft in den Griff bekommen. Bei genetisch bedingten Ursachen oder dem PCOS kann hingegen eine langfristige Therapie zur Regulierung des Hormonspiegels erforderlich sein.

Die Labordiagnostik umfasst in der Regel die Bestimmung der Spiegel von Gesamt- und freiem Testosteron, DHEA-S, Androstendion, Prolaktin, Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) sowie der Schilddrüsenhormone (TSH, FT3, FT4) und der Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels (Nüchtern-Glukose und -Insulin).

Bibliographie und medizinische Quellen

  1. Azziz, R., Carmina, E., Dewailly, D., et al. (2006). Positions statement: criteria for defining polycystic ovary syndrome as a predominantly hyperandrogenic syndrome: an androgen excess society guideline. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 91(11), 4237-4245.
  2. Martin, K. A., Chang, R. J., Ehrmann, D. A., et al. (2008). Evaluation and treatment of hirsutism in premenopausal women: an Endocrine Society clinical practice guideline. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 93(4), 1105-1120.
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Die auf unserem Blog bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie vor jeglichen Maßnahmen stets einen Arzt oder einen Trichologen in unserer Praxis.

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