Haargesundheit 1. Oktober 2026

Wie wirkt sich Ferritin auf das Haar aus? Informieren Sie sich über die Rolle von Eisen.

Blutentnahme zur Bestimmung des Ferritinspiegels

Ferritin ist ein Protein, das Eisen im Körper speichert und bei Bedarf schrittweise wieder freisetzt. Obwohl es meist im Zusammenhang mit der Diagnose von Eisenmangel oder Anämie untersucht wird, spielt es auch eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Kopfhaut und das Haarwachstum. Bei vielen Patienten kann die Ursache für übermäßigen Haarausfall weit tiefer liegen als in der bloßen Haarpflege – einer der am häufigsten übersehenen Faktoren ist dabei ein niedriger Ferritinspiegel.

Welche Rolle spielen Eisen und Ferritin im Haarwachstumszyklus?

Der Haarzyklus besteht aus drei grundlegenden Phasen: der Anagenphase (Wachstumsphase), der Katagenphase (Übergangsphase) und der Telogenphase (Ruhephase). Unter normalen Bedingungen befindet sich der Großteil der Haare in der Anagenphase; diese kann mehrere Jahre dauern und bestimmt die Länge sowie die Dichte der Haarpracht. Bei einem Eisenmangel – und dem damit einhergehenden niedrigen Ferritinspiegel – kann der Körper die Anagenphase verkürzen, indem er vermehrt Haare in die Telogenphase überführt. Dies führt zu einem sogenannten telogenen Haarausfall, der sich durch den Verlust großer Haarmengen äußert – oft büschelweise, insbesondere beim Kämmen oder Haarewaschen.

Achtung
Laut einer im Journal of Korean Medical Science (2013) veröffentlichten Studie litten Frauen mit einem Ferritinspiegel von unter 30 ng/ml deutlich häufiger unter telogenem Haarausfall als Frauen mit einem höheren Ferritinspiegel.

Haarfollikel reagieren äußerst empfindlich auf Veränderungen des Stoffwechsels und der Blutzusammensetzung. Sie benötigen eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Mikronährstoffen, wobei Eisen eine entscheidende Rolle spielt. Sinkt der Ferritinwert unter einen bestimmten Schwellenwert (meist werden hier 40–50 ng/ml angesetzt), mangelt es an Baustoffen für die Synthese von Keratin – dem Hauptbestandteil des Haares. Die Folge? Dünnes, brüchiges und geschwächtes Haar, das schneller ausfällt, als es nachwächst. Informieren Sie sich hier, welche Untersuchungen bei Haarausfall sinnvoll sind.

Bei welchem ​​Ferritinwert fallen Haare aus und wie erkennt man das Problem?

Haarausfall infolge eines niedrigen Ferritinspiegels verursacht oft keine sofort eindeutigen Symptome, weshalb sich viele Betroffene der eigentlichen Ursache des Problems lange Zeit nicht bewusst sind. Ein typisches Warnsignal ist eine allmähliche, aber wahrnehmbare Ausdünnung des Haares, insbesondere im Bereich des Scheitels, der Schläfen und des Oberkopfes. Das Haar wird schwächer, verliert seinen Glanz, bricht am Ansatz ab und neigt zu Spliss. In extremen Fällen können lichte Stellen und sichtbare Kopfhautpartien entstehen, die zuvor dicht mit Haar bedeckt waren.

Haarausfall

Wichtig ist, dass diese Art von Haarausfall sowohl Frauen als auch Männer betreffen kann, wenngleich sie häufiger bei Frauen beobachtet wird – insbesondere während der Schwangerschaft, der Stillzeit, bei starker Menstruationsblutung oder intensiven Diäten. Zur Risikogruppe gehören zudem Vegetarier und Veganer, Menschen mit Darmerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen sowie Personen, die regelmäßig starkem Stress oder chronischer Erschöpfung ausgesetzt sind.

Ferritin-Diagnostik – wann ist eine Untersuchung sinnvoll?

Die Bestimmung des Ferritinspiegels ist schnell und vergleichsweise kostengünstig und liefert eine äußerst wichtige diagnostische Information. Bei Verdacht auf telogenes Effluvium (diffusen Haarausfall) oder eine allgemeine Schwächung des Haares sollte die Messung des Ferritinwerts – neben Blutbild, TSH, Vitamin D3 sowie Zink- und Selenspiegel – fester Bestandteil der Blutuntersuchung sein. Es ist wichtig zu wissen, dass Ferritin als Akute-Phase-Protein bei Infektionen sowie entzündlichen oder tumorösen Erkrankungen vorübergehend erhöht sein kann; daher sollte die Interpretation der Ergebnisse stets durch einen Facharzt erfolgen.

Tabelle: Ferritinspiegel, Risiko von Haarausfall und empfohlene Maßnahmen

FerritinspiegelRisiko von HaarausfallEmpfehlung
< 30 ng/mlHochDringende Diagnostik und Supplementierung
30–50 ng/mlMäßigBeobachtung + Wachstumsunterstützung
> 70 ng/mlNiedrigOptimaler Spiegel für das Haarwachstum

Im Hinblick auf die Haargesundheit muss der optimale Ferritinspiegel oft über den üblichen unteren Labornormwerten liegen. Viele Trichologen und auf Haarausfall spezialisierte Ärzte empfehlen einen Ferritinwert von mindestens 70–80 ng/ml, wenn das Ziel eine Verbesserung der Haarqualität und des Haarwachstums ist. Bei deutlich niedrigen Ferritinwerten ist eine Supplementierung erforderlich – allerdings nur nach Rücksprache mit einem Arzt.

Patientinnen fragen uns in der Praxis häufig, wie bestimmte Werte zu interpretieren sind – etwa, ob ein Ferritinwert von 30, 40 oder 55 ng/ml bei einer Frau ein Risiko darstellt. Im Hinblick auf das Haarwachstum sind Werte im Bereich von 30 bis 50 ng/ml für ein optimales Wachstum noch zu niedrig, auch wenn sie innerhalb der weiten Labornormen für den allgemeinen Gesundheitszustand liegen.

Behandlung und Förderung des Haarwachstums bei niedrigem Ferritinspiegel

Die Behandlung eines niedrigen Ferritinspiegels sollte nicht allein auf der Einnahme von Eisenpräparaten beruhen; entscheidend ist es, die Ursache des Mangels zu ermitteln und zu beheben. Als Ursachen kommen beispielsweise Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Störungen der intestinalen Eisenaufnahme, ein Mangel an Vitaminen, die die Eisenresorption fördern (insbesondere Vitamin C), sowie chronische Entzündungen infrage. Bisweilen sind eine medikamentöse Therapie oder eine Änderung des Lebensstils erforderlich, insbesondere bei Personen, die unter chronischem Stress oder hormonellen Problemen leiden.

Ärztlicher Hinweis
Man sollte sich in Geduld üben – ein erster Rückgang des Haarausfalls nach dem Ausgleich des Ferritinspiegels und der Einleitung der Behandlung ist meist erst nach etwa 3 bis 6 Monaten zu beobachten, was unmittelbar auf den Haarwachstumszyklus zurückzuführen ist.

Bei Haarausfall, der mit einem Ferritinmangel einhergeht, sollte die Therapie mehrgleisig angelegt sein. Neben der Eisensubstitution empfiehlt es sich, auch Behandlungen zur Förderung der Mikrozirkulation der Kopfhaut einzusetzen, wie etwa Mesotherapie, Carboxytherapie oder Verfahren mit plättchenreichem Plasma (PRP). Diese Behandlungen verbessern die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Haarfollikel, was – bei gleichzeitigem Ausgleich des Ferritinspiegels – eine schnellere Wiederherstellung des Gleichgewichts im Haarwachstumszyklus ermöglicht.

Für Patienten, bei denen der Haarausfall ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat und die Haarfollikel bereits atrophiert sind, kann eine Haartransplantation eine Lösung darstellen. Doch auch in einem solchen Fall spielen der Ferritinspiegel und der allgemeine Gesundheitszustand eine wichtige Rolle: Eine gute Vorbereitung des Körpers auf den Eingriff – einschließlich des Ausgleichs etwaiger Mangelerscheinungen – erhöht die Aussicht auf ein optimales Transplantationsergebnis und eine gute Wundheilung der Haut.

Wenn Sie verstärkten Haarausfall, einen Verlust der Haardichte oder eine Schwächung der Haarstruktur bei sich bemerken, zögern Sie nicht. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in der PT CLINIC in Warschau; dort analysieren wir die möglichen Ursachen des Problems – einschließlich des Ferritinspiegels – und schlagen Ihnen Lösungen vor, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Haarausfall tritt meist dann auf, wenn der Ferritinspiegel unter 30–40 ng/ml sinkt. Obwohl die üblichen Laborreferenzwerte niedriger angesetzt sein können, empfehlen Trichologen für die Gesundheit und ein gesundes Haarwachstum, den Ferritinspiegel bei mindestens 70–80 ng/ml zu halten.

Ja, ein niedriger Ferritinspiegel (selbst bei normalem Blutbild, also bei einem sogenannten latenten Eisenmangel) sowie eine voll ausgeprägte Anämie führen zu einer Verkürzung der Haarwachstumsphase und einem massenhaften Übergang der Haare in die Ruhephase, was einen starken telogenen Haarausfall zur Folge hat.

Werte im Bereich von 30–50 ng/ml liegen zwar innerhalb der weit gefassten Labornormen, sind jedoch aus trichologischer Sicht zu niedrig, um die Haarfollikel mit ausreichend Baumaterial (Keratin) zu versorgen. Dies führt dazu, dass das Haar dünn und brüchig wird und ausfällt.

Das Hauptsymptom ist eine allmähliche oder plötzliche Ausdünnung des Haares – insbesondere am Oberkopf sowie im Schläfen- und Scheitelbereich. Das Haar wird glanzlos, brüchig und schwach und fällt beim Kämmen oder Waschen büschelweise aus.

Der Lebenszyklus eines Haares ist lang; daher lassen sichtbare Verbesserungen nach dem Ausgleich des Eisen- und Ferritinspiegels auf sich warten. Ein Stopp des übermäßigen Haarausfalls sowie das Auftreten neuer Haare (sogenannte „Baby-Härchen“) sind meist etwa 3 bis 6 Monate nach Beginn einer wirksamen Therapie zu beobachten.

Das Problem betrifft sowohl Frauen als auch Männer. Bei Frauen tritt es jedoch häufiger auf – unter anderem aufgrund starker Menstruationsblutungen, Schwangerschaft, Stillzeit sowie restriktiver Diäten zur Gewichtsabnahme oder vegetarischer bzw. veganer Ernährungsweisen.

Neben der Bestimmung des Ferritinspiegels ist es ratsam, ein vollständiges Blutbild zu erstellen sowie den Eisenspiegel, den TSH-Wert (zur Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen), Vitamin D3 und wichtige Spurenelemente wie Zink und Selen zu untersuchen.

Bibliographie und medizinische Quellen

  1. Journal of Korean Medical Science (2013)
i

Die auf unserem Blog bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie vor jeglichen Maßnahmen stets einen Arzt oder einen Trichologen in unserer Praxis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert